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Faszien - Netzwerk des Körpers

Faszien sind ein wichtiger Bestandteil unseres Körpers, der lange unterschätzt wurde. Sie durchziehen den gesamten Organismus wie ein dreidimensionales Netzwerk. Dabei umhüllen, verbinden und strukturieren sie Muskeln, Knochen, Organe, Nerven und Gefäße.

Fasziengewebe ist das bekannte Bindegewebe.

In den letzten Jahren rückten die Faszien zunehmend in den Fokus der Forschung: Faszien sind nicht bloßes passives Hüllgewebe, sondern ein funktionell aktives Organsystem, das maßgeblich zur körperlichen Stabilität, Bewegungskoordination und sensorischen Wahrnehmung beiträgt.

Was sind Faszien?

Faszien bestehen überwiegend aus kollagenen und elastischen Fasern, die in einer visko-elastischen Grundsubstanz eingebettet sind. Diese sogenannte extrazelluläre Matrix weist einen hohen Flüssigkeitsanteil auf. Durch diese Zusammensetzung wird eine hohe Zugfestigkeit, Anpassungsfähigkeit an Belastungen und Gleitfähigkeit des Gewebes ermöglicht.

Funktion der Faszien

Stabilisation, Kraftspeicherung, -übertragung und Bewegungsökonomie sind die zentralen Aufgaben der Faszien. So hat sich gezeigt, dass nicht einzelne Muskeln zu einer Bewegung führen, sondern das Zusammenspiel ganzer Muskel- und Faszienketten - einem integrierten myofaszialen System.

Darüber hinaus befinden sich in den Faszien eine Fülle an sensorischen Rezeptoren. Sie tragen somit wesentlich zur Körperwahrnehmung und Schmerzverarbeitung bei. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass Faszien mehr Schmerzrezeptoren enthalten als Muskeln. Dieses Verständnis spielt bei chronischen Schmerzen und deren Behandlung eine wichtige Rolle.

Gesunde und kranke Faszien

Gesunde Faszien sind elastisch, gut hydriert und weisen eine hohe Gleitfähigkeit zwischen den einzelnen Gewebeschichten auf. Sie passen sich körperlichen Belastungen flexibel an und fördern eine fließende, schmerzfreie Bewegung.

Durch Bewegungsmangel, einseitige Belastungen, Stress, Verletzungen oder entzündliche Prozesse (silent inflammation) können Faszien ihre Elastizität verlieren. Sie verkleben, verhärten, verfilzen.

Solche Veränderungen können zu myofaszialen Dysfunktionen führen, die sich in Bewegungseinschränkungen, Kraftverlust oder unspezifischen Schmerzen äußern. So können beispielsweise verkürzte Faszien im Brust- und Bauchbereich Rücken- oder Nackenschmerzen verursachen.

Faszien im Alltag

Unser moderner Lebensstil stellt eine besondere Herausforderung an die Faszien. Langes Sitzen, eintönige Bewegungsmuster und hohe psychische Belastungen wirken sich negativ auf die fasziale Gesundheit aus. Gleichzeitig reagieren Faszien positiv auf regelmäßige, vielfältige Bewegung. Günstig sind zum Beispiel Dehnungen, dynamische und federnde Bewegungen.

Fazit

Faszien sind ein zentraler Bestandteil des menschlichen Körpers und bedeutsam für Beweglichkeit, Stabilität und Wohlbefinden. Sie verbinden alle Körperstrukturen miteinander und beeinflussen sowohl Leistungsfähigkeit als auch Schmerzempfinden.